Der Meister-Kreis, ein einzigartiger Dressur-Parcours

Das Arbeiten mit  klaren optischen Vorgaben – Der Meister-Kreis

 

 

 

Wenn du etwas erreichen möchtest, sind innere Bilder ein wichtiges und mächtiges Werkzeug – dies gilt in allen Bereichen des Lebens und somit auch für die Reiterei. Eine Lektion, eine Linienführung wird viel besser gelingen, wenn du genau weißt wie sie aussehen soll und wenn du vor deinem inneren Auge eine ganz genaue Vorstellung von möglichst vielen Details dieser Übung hast.

 

 

  • Wo entlang läuft die exakte Linienführung?
  • An welcher Stelle befinden sich die kritischen Punkte?
  • Welche Körperhaltung sollte dein Pferd dabei einnehmen?
  • Wann muss sich die Körperhaltung deines Pferdes ändern und wie?
  • In welche Richtung musst du blicken?
  • Wie rotiert dein Oberkörper?
  • Wie sollte die Position deiner Hände sein, wie die deiner Schenkel?
  • Wohin und wann verlagerst du dein Gewicht?

 

Je genauer du all diese Fragen für dich beantwortet hast, umso exakter wird die Übung in ihrer Ausführung.

 

Diese Aufgabe übernimmt im Kreis-Meister-Konzept der Meister-Kreis. Er hilft dir, komplexe Übungsabläufe und Linienführungen ganz klar zu visualisieren. Durch die farbigen Ufos, die den Meister-Kreis definieren, hast du Startpunkte, Zielpunkte, Wendepunkte und Verbindungslinien, auf denen du präzise vorgegebene Aufgabenstellungen umsetzen kannst. Der Meister-Kreis ermöglicht es dir, absolut zielgerichtet zu reiten und davon profitiert natürlich auch dein Pferd, denn wenn es uns Menschen schon oft an der richtigen Vorstellungskraft mangelt, wie schwer muss es dann erst unserem Pferd fallen den richtigen Weg zu erahnen - besonders dann wenn unsere Hilfen noch nicht perfekt sind.

 

Pferde haben keine Idee von korrekten Volten, Zirkeln oder Schlangenlinien - sie profitieren also enorm von den klar erkennbaren optischen Vorgaben im Meister-Kreis und können sich so Wege und Linien besser und dauerhaft einprägen.

 

Das Erkennen von Fehlern: „Soll und Haben“

 

 

 

Das Reiten im freien Raum von Reithalle oder Reitplatz bietet eine große Anzahl von Möglichkeiten für Fehler in der Linienführung. Jeder der einmal versucht hat eine wirklich perfekte Zirkelrunde zu reiten, weiß wovon ich rede. Ohne eindeutige optische Vorgabe wird der Zirkel zum Osterei, die Gerade auf der Mitte oft zur sanften Wellenlinie und das Schenkelweichen ohne Bande endet irgendwo mitten in der Bahn. Gibt es jedoch einen vorgegebenen Weg mit tatsächlichen Markierungen, kannst du sofort ganz klar und deutlich erkennen, wann und wo du von deinem Weg abweichst.

 

Schauen wir uns als Beispiel einen Zirkel an: Einen Zirkel ohne Hilfslinien zu reiten, mit lediglich den üblichen vier Zirkelpunkten zum Ansteuern, birgt jede Menge Freiraum für Fehler. Fehler die entweder so massiv sein können, dass der eigentliche Zirkel kaum noch zu erkennen ist, oder Fehler, die weniger auffällig sind - so unauffällig, dass man sie auf den ersten Blick vielleicht gar nicht erkennt, aber sie sind da. Ein leichtes Schwanken nach innen, kurz nach dem Abwenden vom Hufschlag, ein sanftes Driften nach außen auf dem Weg zur geschlossenen Zirkelseite. Kleinigkeiten, könnte man meinen, aber solche Kleinigkeiten haben Ursachen und wenn man sie nicht abstellt, werden sich die Fehler im Laufe der Zeit festigen und sogar verstärken. Diese vermeintlich kleinen Fehler sind es dann oft auch, die zu einem späteren Zeitpunkt eine Weiterentwicklung oder den Sprung in eine höhere Leistungsklasse verhindern. Eine klar vorgegebene Hilfslinie hingegen, entlarvt gnadenlos jeden noch so kleinen dieser Fehler, hilft gleichzeitig dabei, sie ein für alle Mal abzustellen, und erhöht den gymnastizierenden Effekt der jeweiligen Übung. Denn nur, wenn eine Übung korrekt „auf Linie“ geritten wird, kann man ihre positiven Eigenschaften für die Gymnastizierung und die Ausbildung des Pferdes voll ausschöpfen.

 

Die Verbesserung der Orientierung im Raum und das tatsächliche Fühlen von dem,  was unter dir passiert

 

Der typische starre Reiterblick nach unten, auf Hals und Kopf seines Pferdes verhindert die natürliche Aufrichtung des Oberkörpers. Das Kopfgelenk wird blockiert, die freie Beweglichkeit der Schultern in Mitleidenschaft gezogen und der Rücken besonders im oberen Bereich rund. Zusätzlich rückt der Blick nach unten alles in den Fokus was optisch vor dem Reiter passiert, sprich die Position von Hals und Kopf. Doch das Fühlen von dem was unter oder hinter dem Reiter passiert, gerät in den Hintergrund. Kurz: Die optische Wahrnehmung überlagert das Gespür für Bewegungen und Schwingungen. Das ist besonders schade, denn es sind doch eigentlich die Vorgänge in Hinterhand und Rücken, die maßgeblich entscheiden, ob eine Lektion geglückt ist oder nicht. Ziel ist es also, den Kopf frei zu tragen und den Blick vom Pferd zu lösen.

 

Je mehr Punkte du innerhalb einer Übung ansteuern kannst, umso freier wird dein Blick im Raum schweifen, immer auf der Suche nach dem nächsten Zwischenziel. Und auch dein Körper kann die sich dadurch stetig ändernde, angemessene Haltung auf dem Weg zu deinem nächsten Ziel besser einnehmen - ähnlich einem Springreiter, der es sich im Parcours nicht erlauben kann, nach unten zu schauen, da er ansonsten sein nächstes Hindernis verpasst. Ein frühes Orientieren im Raum und die Einteilung des idealen Weges sind wichtige Bestandteile jeder Übung und erhöhen die Chancen auf eine erfolgreiche Ausführung. So schützt du dich und dein Pferd vor unnötig engen, weil zu spät erkannten, Wendungen, vor Taktverlusten aufgrund dieser zu engen Wendungen und vor schlecht eingeteilten Kreislinien und Bögen.

 

Auf der Suche nach dem idealen Weg unterstützt dich der Meister-Kreis. Durch die vielfältigen Übungen auf den vorgegebenen Linien, löst sich eine starre, nach unten auf den Pferdkopf gerichtete Kopfhaltung und verschwindet ohne bewusste Anstrengung ganz von selbst. Mit frei getragenem Kopf wirst du zu einem viel besseren Navigator für dich und dein Pferd. So werden deine Sitzhilfen präziser und effektiver und dein gesamter Sitz wird besser. Losgelöst von der reinen Optik dessen was vor dir ist, beginnst du dein Pferd völlig neu unter dir zu spüren.

Der Meister-Kreis ist das Herzstück des Kreis-Meister-Konzepts. Er besteht aus 24 Markierungskegeln – den Ufos –, die in gleichmäßigen Abständen zueinander aufgebaut werden. Je präziser du deinen Meister-Kreis aufbaust, umso exakter werden deine Trainingsergebnisse sein. Um die Trainingsvielfalt des Meister-Kreises voll ausschöpfen zu können, solltest du ihn im freien Raum, also z. B. auf dem Mittelzirkel aufbauen. So vermeidest du die Arbeit entlang der Bande oder der Platzbegrenzung, die doch oft Fehler kaschiert. Außerdem hast du überall genug Platz, um bei bestimmten Übungen den Meister-Kreis von einer Gerade aus anzureiten, du kannst auch die Übungen reiten, die sich außerhalb des Meister-Kreises befinden und du hast die Möglichkeit eine anspruchsvolle Übung ins Geradeaus aufzulösen und den Meister-Kreis zu verlassen.

 

Die Breite der Kreislinien und der Durchmesser des Innenkreises können natürlich deutlich variieren und die Größe eines individuellen Meister-Kreises hängt von mehreren Faktoren ab. Grundsätzlich gilt jedoch: je größer, desto einfacher.

 

Einflussfaktoren auf die Größe eines Meister-Kreises sind:

 

  • die Größe der Trainingsfläche – wie viel Platz steht für den Aufbau zur Verfügung?
  • die Größe des Pferdes – je größer das Pferd ist, umso größer muss der Meister-Kreis sein. Ein Pony hat mit einem kleineren Meister-Kreis sicher weniger Schwierigkeiten als ein 1,80 m großes Warmblut.
  • der körperliche Zustand des Pferdes – ist das Pferd in einem guten körperlichen Zustand, also gut bemuskelt und beweglich oder eher steif und schlecht oder sogar fehlbemuskelt?
  • der Ausbildungsstand des Pferdes – je weiter ein Pferd ausgebildet ist, umso kleiner darf der Meister-Kreis werden.
  • der Ausbildungsstand des Reiters – der Meister-Kreis ist anspruchsvoll, was die reiterliche Hilfengebung angeht, und auch diese Anforderungen steigen, je kleiner der Meister-Kreis wird.

Um herauszufinden, welche Größe dein individueller Meister-Kreis haben muss, um sinnvoll und effektiv trainieren zu können, arbeite dich grundsätzlich von leicht zu anspruchsvoll vor. Baue also zunächst einen großen Meister-Kreis, den du dann bei Bedarf verkleinern kannst.

Die Ufos

Die Ufos sind ideale Trainingsbegleiter, da sie sehr leicht sind und kaum Platz in Anspruch nehmen. Du kannst sie daher ganz unkompliziert transportieren. Sie sind wetterfest und können ebenso in der Halle wie auf dem Platz genutzt und gelagert werden. Zudem sind sie elastisch und bruchsicher, wodurch sich die Verletzungsgefahr vollkommen reduziert. Sollte dein Pferd also einmal auf ein Ufo treten, bekommt der Kunststoff lediglich eine Beule und diese lässt sich später ganz einfach mit der Hand wieder aus dem Ufo entfernen – in den meisten Fällen beulen sich die Ufos sogar von selbst wieder aus.

Da sie nur eine geringe Höhe von ca. 5 cm haben, fallen sie nicht um, sollte dein Pferd im Training einmal dagegenstoßen. So können sie euch weder in den Weg rollen noch musst du ständig absteigen, um deinen Meister-Kreis wieder neu aufzubauen. Durch die Bodennähe, werden sie auch nicht vom Wind erfasst, wenn du auf einem Außenplatz trainierst.

Zur besseren optischen Orientierung und für ein klareres Bild, rate ich dir, die Ufos in zwei verschiedenen Farben zu wählen – eine für die Diagonalen und eine andere für die Mittel- und die Querlinie.